Konzert der Hamburger Camerata in der Elbphilharmonie (Sibelius Violin Concerto)

Der wahre Star des Abends aber blieb der französische Geiger Marc Bouchkov, den die Camerata als Artist in Residence für sich gewinnen konnte. Bevor überhaupt ein Ton erklungen war, kostete er die Stille im Saal aus und ließ sich beim Anlegen seines Instrumentes unter dem Kinn viel Zeit . Die Spannung stieg, als sich […] sein erstes Solo mit energischer Geste erhob […] Die Intervallsprünge aus der Tiefe in höchste Lagen seines Instruments gelangen Bouchkov perfekt, und überhaupt hatte er den Charakter dieser Musik offenbar besser begriffen als manch Orchestermitglied. Düster und rätselhaft ist Sibelius’ Musik nämlich nur scheinbar. In Wirklichkeit lotet sie wild und ungebremst die Ausdrucksqualitäten von Leidenschaft und Hingabe aus […] Überhaupt trat der 30-jährige Franzose wenn er gerade Pause hatte, immer wieder ein paar Schritte zurück und spielte die Parts der Violinisten zu weilen sogar mit. Nach einem galoppierenden Grundrhythmus der Streicher zu Beginn des Finales und einem wahren Rodeo-Ritt des Solisten wirkte das Orchester dann schließlich wie befreit.

HPE, Hamburger Abendblatt, June 18, 2021

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New York Classical Review

Bouchkov played this […] in an involving performance […] the level of energy and intensity went up a notch in the Adagio-Andante movement. There, the music stews in inner thoughts, and it was impressive that Bouchkov found the resources here to stoke the fire. He and...

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